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[Reportage] Von 2D zu 3D – moderne 3D-Fernseher und Projektoren
» Informationen zu Technologien und Hintergründen
#1
Technikreportage: Von 2D zu 3D – moderne 3D-Fernseher und Projektoren

   
3D-Bild für Rot-Cyan-Brillen. Quelle

Ein glitzernder Einband mit Comic-Figuren darauf, innen lustige Geschichten und das Extra. In dieser Woche im Jahr 1998 lag dem Comicheft ein ganz besonderes Extra bei, das die 2 Mark Taschengeld wert war: Eine 3D-Brille. Bunt bedruckte Pappbügel, vorne lichtdurchlässige Folie in den Farben rot und blau. Eine billige Version der ältesten Generation von 3D-Brillen für das Betrachten lustiger 3D-Bilder.

   
3D-Brille mit Rot-Cyan-Filter. Quelle


Heute hat sich die Technik weiterentwickelt. 3D-Bilder sind von gestern, ganze 3D-Videos erobern nach den Kinosälen auch das heimische Wohnzimmer. Große, klobige Brillen in schwarz liegen neben eleganten schmalen LED- oder Plasmafernsehern.

   
LG AG-S100: Aktive Shutter-Brille von LG. Quelle

Die Technik, die bei den meisten aktuellen 3D-Fernsehern benutzt wird nennt sich Shutter-Technologie. Sie nutzt, wie viele verwandte Technologien, den Fakt aus, dass das menschliche Auge nur maximal 60 Bilder pro Sekunde wahrnehmen kann. Der Fernseher sendet in einer hohen Frequenz, meistens 100 oder 120 Herz, erst das Bild für das linke, dann das Bild für das rechte Auge.
Die dazugehörigen Brillen haben Gläser aus Flüssigkristallflächen, die elektronisch manipuliert werden können. Sie werden im Takt der Fernsehbilder lichtdurchlässig oder lichtundurchlässig.
Es ist, als würde man uns erst das Bild für das rechte Auge zeigen und uns das linke Auge zuhalten und dann umgekehrt. Dadurch entsteht beim Menschen dann die Illusion einer räumlichen Sicht.

Der Takt wird meistens vom Fernseher oder Projektor über Infrarot oder Funksignale vorgegeben, die Brillen sind batteriebetrieben.

Die Begeisterung eines Erwachsenen von heute, wenn sein Fernseher einen tollen Spielfilm in drei Dimensionen zeigt, erinnert ebenfalls an die leuchtenden Kinderaugen des letzten Jahrtausends, wenn die Comichelden plötzlich plastisch wirkten. Doch die technische Entwicklung hat erst begonnen.

Die aktuellen 3D-Shutterbrillen haben noch einige Probleme: Sie sind nicht genormt und dadurch recht teuer, sie sind relativ schwer und klobig und sie verursachen manchen Menschen Kopfschmerzen weil die Augen ermüden.


Auch die Alternative, Polfilterbrillen, die es schon seit den 80er Jahren gibt, hat ihre Schwachstellen: Um die hier erforderlichen zwei Bilder gleichzeitig zu zeigen halbiert sich die vertikale Auflösung: Filme verlieren an Details und werden teilweise pixelig.

   
Polfilter-Brillen wie sie im Kino häufig verwendet werden. Quelle

Außerdem sind Brillen generell störend: Wer mit seinem Partner einen romantischen Film ansehen möchte, findet sich oft mit verhakter Brille wieder, wenn er kuscheln möchte. Und die Optik abseits vom Fernseher wird durch die Gläser auch nicht besser.

Alternativen zu 3D-Brillen gab es lange Zeit nicht wirklich. Im September 2011 brachte die Firma Toshiba erstmals eine Vernünftige Lösung für das 3D-Heimkino ohne Brille hervor: den Toshiba 55ZL2G.

   
Klare Botschaft: Der Toshiba 55ZL2G will 3D-Brillen den Kampf ansagen. Quelle

Statt auf Shutter-Brille oder Polfilter setzt der 55 Zoll große Fernseher auf das stereoskopische Prinzip, um 3D-Inhalte zu generieren. Er sendet separate Bilder für das linke und rechte Auge und sorgt mit vielen kleinen Miniaturlinsen auf der Oberfläche des Bildschirms für die richtige Perspektive.

Eine eingebaute Kamera verfolgt die Bewegungen des Zuschauers und richtet die Linsen auf seine Augen aus. Bis zu neun Personen können sich so gemeinsam an 3D-Effekten erfreuen, ganz ohne Brille auf der Nase.

Das Problem auch hier: Die Qualität der Filme sinkt. Die Auflösung muss nicht nur auf die Augen eines, sondern gleich auf die Augen mehrerer Zuschauer verteilt werden – das würde bei jedem normalen Fernseher heutiger Auflösung eine furchtbar pixelige Geschichte werden. Der Toshiba 55ZL2G kann hier aber überraschen: Er hat eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln, das entspricht Quad-Full-HD. So bleiben für jeden Betrachter Auflösungen von etwa 720p übrig.

Der Fernseher kann ab Dezember 2011 zu einem Preis von etwa 8000 Euro bestellt werden.

Beobachter sprechen aber auch hier bereits von Schwächen: Der Toshiba-Fernseher erreicht nicht die gleiche, räumliche Tiefe wie sie Fernseher mit Shutter-Technologie erreichen. Und wenn der Zuschauer sich bewegt, kann es vorkommen dass er statt einem dreidimensionalen Bild plötzlich zwei Bilder sieht, weil die Linsen sich nicht schnell genug neu ausrichten können.

Trotzdem sind sich Experten einig, dass die Zukunft des Fernsehens dreidimensional und brillenlos ist. Ungeklärt ist nur die Frage, wann genug Filme in 3D bereitstehen werden und wann die Preise für die Technik erschwinglich sein werden.


Von Lennart Sauter
[Bild: zaiendosig.php]
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